By: David SchiersnerCC BY 2.0

Verändert Social Media unser Schönheitsempfinden, ich würde wagen zu behaupten: Ja. Wir boosten so zu sagen uns selber, rücksichtslos. Selfbranding als neues Marketingtool. Mit der neue Selfie Kultur stellt sich jeder wann immer er Lust hat in den Mittelpunkt und wenn gar nichts mehr zu sagen ist, dann doch einfach ein Selfie posten. Kaum einer der Selfiepromotoren hätte es jemals in den Tagi, die NZZ geschafft und auch nicht in die Annabelle, geschweige denn die Vogue. Über diverse Plattformen erreicht fast jeder Reichweite. Und trotzdem, ganz ehrlich, ich finde die Selfies irgendwie gut, ja ich schaue sie an. Ist das Voyeurismus, nein, eher Zeitgeist. Und mit den zahlreichen Bearbeitungstools verschönern wir uns auch ungeniert, warum auch nicht. Verschönern liegt so und so im Trend. So glauben beispielsweise 82% der Frauen, dass Social Media ihre Definition von Schönheit im 21. Jahrhundert beeinflusst hat.




Was ist eigentlich schön?

Die Antwort würde man glauben könnte lauten: Weiss das überhaupt jemand? Oder liegt Schönheit wirklich im Auge des Betrachters? Unschlagbar in der Rangordnung, die verklärten Augen von Müttern, da gehöre ich auch dazu. Knapp gefolgt von den Verliebten. Was wir sehen oder sehen wollen, entspricht nicht immer den Tatsachen, das sollte uns bewusst sein.
Dove hat das Thema mit der Kampagne Redefine Beauty aufgegriffen. Zitat aus dem Video: Social Media is whitening the definition of what beauty is.

Selfies in sozialen Medien egalisieren die Vorstellung von Schönheit. Einen Artikel zum Thema von Marie Christine Schindler inkl. Video findet ihr unter folgendem Link>>
Social Media gibt uns die Möglichkeiten, selber zu definieren, was Schönheit ist. Und doch ist auch ein Trend in Richtung Unvollkommenheit zu erkennen, Schönheit ohne Ausdruck endet in Langweile. Viele Vine Stars zeigen sich authentisch. Auch Künstler wie Picasso und Bacon verzaubern uns mit vollkommener Unvollkommenheit. Das Spektrum scheint breit.

Die neuen Stars im Internet haben die Überholspur bereits erreicht. Was sie so sympathisch macht, ist ja gerade die Tatsache, dass sie einer von uns sind, nicht irgendwelche abgehoben Stars ausserhalb der Reichweite. Das mögen wir. Die meisten kleinen Unternehmer sind auch irgendwie eine Ich AG.

Ich, ich, ich und ich… so lautet das neue Selbstbewusstsein, warum nicht?

Menschen interessieren sich für Menschen, das war schon immer so. Deshalb boomen auch Biografien, denn das Leben schreibt bekanntlich die besten Geschichten.

Schönheit wird heute auch von Menschen gemacht. Jeder kann der Regisseur seiner eignen Schönheit sein. Ein bisschen Aufregung rund um das neue Brest Atelier in Zürich schadet dem Start der neuen Klinik sicher nicht. Schönheitschirurgie am Laufband, schnell, einfach und unkompliziert. Ein DriveIn der grösseren Brüste so zu sagen. Die Selfies werden folgen.

Am Montag 20. Oktober findet im Rahmen eine Diskussion zum Thema statt. Der Titel: Spieglein an der Wand, was ist schön? Ich bin gespannt, wie viele Facetten Schönheit hat.

Elisabeth Giovanoli

Social Media & Community Management, Contentkreationen - Beratung im Bereich Gesundheitswesen & Kommunikation - #Healthcare, #eHealth #ZürichVienna #Telemedizin

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