Blogbeitrag Teil 1 zum Thema von @slartbart findest du hier >>

Wenn ich bisher Stellen zu besetzen hatte, sind mir die originellen Bewerbungen immer aufgefallen, weil ich Kreativität eine hohe Wichtigkeit beimesse. So gewichtet aber nicht jeder Vorgesetzte und ich meine, auch erst wenige Firmen. Darum muss der Einsatz von Originalität und Kreativität für jede Bewerbung individuell abgewogen werden.

 

Tipps für Stellensuchende:

  • Schreib’ dir auf, was du genau suchst. Sich nur Gedanken dazu zu machen, reicht nicht.
  • Stelle dir vor, wer dein angehender Chef sein würde und beurteile ob eine kreative Person überhaupt gewünscht ist. Als Compliance-Manager einer Grossbank wohl eher weniger, als Creative-Director einer Agentur eher mehr
  • Wenn die Bewerbung an das HR geht, würde ich zusehen, dass das CV – aber bitte nur in Massen, denn niemand möchte die Informationen auf einer Schnitzeljagd zusammentrage – etwas Kreatives enthält. Beispielsweise wenn du ein IT-Spezialist bist und einen klitzekleinen Teil deines CVs mit Regular Expressions beschreibst.
  • Kleine Firmen ohne HR-Abteilungen sind im Allgemeinen empfänglicher für eine originelle Bewerbung (das ist kein Vorwurf an HR-Abteilungen, die müssen täglich im Akkord Dossiers pflügen, das geht nicht anders. Dabei solltest du dir aber bewusst sein, dass wohl niemand im HR deinen Regular Expression-Witz (siehe oben) versteht.
  • Die kreative Leistung muss mit dem Job oder deinem Leistungsausweis in Zusammenhang gebracht werden können. Als Grafiker musst du durch eine kreative Grafikleistung überzeugen, als Kommunikator über deine Sprache, als CEO über deinen wirtschaftlichen Leistungsausweis.
  • Die Kerninformation darf nicht verloren gehen. Wichtig bleibt der Inhalt und nicht die Form.
  • Als Fachkraft hast du mehr kreativen Freiraum, denn als Kadermitarbeiter
  • Gehe mit deiner Originalität spezifisch auf die Firma und die Stelle ein, nur wer sich wirklich dafür interessiert macht sich diese Mühe.

 

By: Ludovic Bertron - CC BY 2.0
By: Ludovic BertronCC BY 2.0

Tipps für Arbeitsbienensuchende:

 

  • Drehe die Zentrik von „Ich suche einen Mitarbeiter“ nach „Ich werbe um einen Mitarbeiter“
  • Denke daran, dass du das Image deiner Firma gegenüber Bewerbern durch den Bewerbungsprozess mehr prägst, als deine Marketingabteilung durch alle Werbung zusammen. Denn du trittst in einen direkten, sehr persönlichen Dialog. Die Personen, denen du absagst, können deine Kunden, Geschäftspartner sein oder werden.
  • Wer es immer noch nicht glaubt: Dieses Web 2.0, in dem sich Menschen austauschen, gibt es wirklich und schlechte Erfahrungen werden öffentlich gemacht, Originelles multipliziert.
  • Frische deine Stelleninserate auf. Viele Inserate hat man ja „immer schon so gemacht“. Im viel proklamierten „War for Talents“ bleibt die Lanze damit aber stumpf.
  • Gib deiner HR-Abteilung den Hinweis, wenn du speziell kreative Bewerbungen zu Gesicht bekommen möchtest.
  • Zu guter Letzt lohnt sich die Überlegung, was einfacher zu finden ist: Fach-Know-How oder Kreativität.

 

Werdet – passend zur Stelle und zum Unternehmen – kreativer mit euren Stelleninseraten und Bewerbungen. Erstens macht das Ganze mehr Spass und zweitens sind sowohl Biene wie auch Blume nach dem gegenseitigen Finden der Meinung: Supergeil!

 

Nachwort:

Bei der Stelle, die ich inzwischen gefunden habe, bin ich – darum hatte ich es ja gemacht – bei der ersten Selektion unter vielem Anderem wegen meinem etwas blumigen Schreibstil im Motivationsschreiben im Auswahlnetz hängen geblieben. Es ging schliesslich um eine Stelle als Kommunikationsleiter. Übrigens für eine Kaderposition beim Staat, beurteilt durch eine HR-Abteilung. Das widerspricht auf den ersten Blick fast allen Tipps, die ich oben abgab, aber eben nur auf den ersten Blick.

monah

Mein Name ist Monah Sorcelli.
Hier schreibe & filme ich über Gedanken, Geistesblitze, coole Gadgets, hilfreiche Tools und Dinge die das Leben neuer machen!

Viel Spass und <3-lichen Dank fürs lesen & Kommentieren!

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