Es ist eine Hassliebe, die wir zur Werbung entwickelt haben. Die einen schmunzeln über schmerbäuchig in Milch badende, supergeile alte Herren, die anderen fühlen sich davon abgestossen. Besonders delikat wird das Ganze, wenn wir uns auf der Suche nach den Firmen, die unsere Arbeitskraft freien möchten, selbst ins Schaufenster stellen.

Ich war in den letzten Monaten auch als Arbeitsbiene auf der Suche nach der Pflanze der Geborgenheit und habe dabei leider nur wenige originelle, kreative Erfahrungen gemacht. Die wichtigsten Erkenntnisse und Empfehlungen, habe ich in diesem Blogpost aufgeschrieben.

 

Kreative Arbeitsbienen

 

Bildschirmfoto 2014-03-10 um 15.11.06Ich hatte zum Start meiner Stellensuche mit dem Blogpost „Marketingleiter, ledig, sucht“ einen etwas aussergewöhnlichen Weg eingeschlagen. Welcher CEO sollte schon über meinen Blog auf seinen neuen Marketingleiter aufmerksam werden. So ging es mir dabei auch weniger darum, direkt eine Stelle zu finden, als meinem Netzwerk zu vermitteln, dass ich auf Stellensuche war und was genau ich suchte. Das hat hervorragend funktioniert und mein Blog, der gewöhnlich ein paar Seitenaufrufe pro Tag verzeichnet, hatte mit diesem Beitrag 2500 Seitenaufrufe in drei Tagen erreicht, das hat mich ehrlich gesagt fast umgehauen. Wie auch, dass rund zehn Unternehmen bei mir anklopften und ich dadurch auch sehr interessante Menschen kennenlernen durfte.

Mit einer einzigen Ausnahme erhielt ich nur positive Kritik. In den Augen eines Lesers trug ich zu dick auf. So ist das halt mit der Originalität, sie gefällt nicht jedem, das muss man akzeptieren.

Viel mehr noch gilt zu bedenken, dass Humor eine Gratwanderung ist. Trifft er, gibt es eine gute Bindung. Trifft er nicht, ist das kaum mehr zu retten. Dem sollte man sich bewusst sein.

 

Als Inspiration möchte ich gerne ein paar kreative Bienchen aufführen:

  • Sehr bekannt wurde Alec Brownstein, der Mann, der mit seinem aufgeklebten Schnurrbart direkt den Job als Online-Marketer bei Google suchte.
  • Graeme Anthony zeigte auf, was man mit Bewegtbild alles tun kann.
  • Der Brief (sofern es den tatsächlich gab) Oh Gott, was soll ich anziehen? sorgte für Furore (und hoffentlich zu einer Anstellung)

 

Kreative Nektarspender

 

Auf der Stellenanbieter-Seite wird in Inseraten sehr oft Kreativität gefragt. Ganz allgemein habe ich jedoch die Erfahrung gemacht, dass nur wenige Arbeitgeber Originelles auch honorieren. In HR-Abteilungen werden erfahrungsgemäss in der Flut von Bewerbungen erst mal der Lebenslauf überflogen und nach Kriterien wie Branchenzugehörigkeit, Ausbildung, Leistungsausweis beurteilt. Das macht auch Sinn, bloss wer durch dieses Netz fällt, kann das auch mit Originalität nicht ausbügeln. Dazu gesellt sich ein anderes „Problem“ für Stellensuchende: Ich bekam den Eindruck, dass die Kreativität nicht so stark gefragt ist, wie sie in den Inseraten formuliert wird. Spätestens bei Unternehmen mit Online-HR-Software wird die Kreativität wilder Bewerberpferde bereits im ersten Bewerbungsschritt an die Knebeltrense gelegt.

 

Aber schliesslich duften gewisse Blumen süss, um die Bienen und andere für unsere Nasen nicht so doll, um Fliegen anzulocken. Jedem das seine. Hier ein paar dufte Exemplare:

  • Die Agentur Hofrat Süess sucht eine Chefin vom Projekt. Darauf wird sich wohl kaum jemand bewerben, der täglich einfach einen Stapel Papier abarbeiten möchte.
  • Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) zeigen die Arbeitsumgebung im Video und der Chef bewirbt sich um die neuen Mitarbeiter/-Innen. Das Ganze wirkt zwar noch etwas steif, finde ich aber dennoch bemerkenswert.
  • Das Geekigste, was ich je sah, war wie die englische „Daily Mail“ ihren SEO-Manager über einen Kommentar im robots.txt suchten. Das funktioniert natürlich nur bei genügend Reichweite des Mediums, hält dafür unerwünschte Bewerber fern.

monah

Mein Name ist Monah Sorcelli.
Hier schreibe & filme ich über Gedanken, Geistesblitze, coole Gadgets, hilfreiche Tools und Dinge die das Leben neuer machen!

Viel Spass und <3-lichen Dank fürs lesen & Kommentieren!

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