Man müsste strahlen vor Glück wenn man das erste mal sein Kind in die Arme nimmt. Doch statt dessen ist der innere Geist wie mit Wolken überzogen und kleine leise Stimmen sagen sowas wie

“Ist das mein Kind?”

“Ich bin nicht bereit Mutter zu sein”

“Ich schaff das nicht”

Der Babyblues überfällt viele Frauen ein paar Tage nach der Geburt. Für ein paar Glückliche ist es eine Sache von Stunden, für ein paar Frauen jedoch eine Sache von Wochen. Wenn man aus dem Spital geht und immer noch trübe Gedanken hat, ist es an der Zeit Hilfe zu suchen. Bereits mit einem Gespräch in der Hirslanden-Klinik hat man mich auf die Gefahren einer Wochenbett-Deppression aufmerksam gemacht. Zumal ich vor 7 Jahren bereits wegen Depressionen in Behandlung war, kam hier eine leichte “Vorbelastung” dazu. Denn während der Hormonspiegel Achterbahn fährt, hat man kleine oder auch grosse Flashbacks in die bekannte depressive Zeit. Es gibt viele Parallelen und man hat grosse Angst wieder in dieses Loch zu rutschen wo einem niemand mehr hört. Wo nur noch die eigenen negativen Stimmen die Kraft haben zu Flüstern.

Diese schon fast schizophrene Zeit, wo man eigentlich weiss man muss Glücklich sein, es aber nicht ist, wo man sich selbst erniedrigt weil man nicht einfach automatisch zu Lieben beginnt, die Zeit wo die Wolken so dick sind dass kein einziger Sonnenstrahl die Kraft hat die Trübheit zu erhellen, das ist die Zeit wo man das Gefühl hat eine schlechte Mutter zu sein. Ich dachte, ich sei alleine. Ich dachte ich bin (mal wieder) die einzige die mit solchen Gedanken nachhause geht. Ich dachte, was wird meine Tochter denken, was wird sie fühlen? Wenn ich sie im Arm halte, wird sie merken dass was in mir vor geht? Gleichzeitig mit diesen Gedanken, distanziert man sich vom eigenen Kind. Vom neuen, selbst geschaffenen Leben, das man eigentlich lieben sollte. In Momenten, wo die Sonne dann aber die Kraft hat die Wolkendecke zu durchbrechen und die Liebe sprudelte wie eine geschüttelte Champagner-Flasche, dass sind die Momente wo man wieder Hoffnung schöpft.

Inzwischen ist ein Monat vergangen. Unsere kleine Tochter wächst und gedeiht und auch in meinem inneren hat sich die Situation beruhigt, wenn auch noch nicht ganz gefestigt. Dank familiärer Unterstützung und einer Frauenärztin die scheinbar weiss was ich durch mache, habe ich mehr Sonne im Leben und die Liebe überflutet mich und meine kleine Maus wie eine Lawine. Dank natürlichen Präparaten und dem Mut darüber zu sprechen, habe ich bemerkt nicht alleine im Dschungel der Selbstverachtung gefangen zu sein. Es hilft zu wissen, dass da draussen auch andere Frauen ähnliche oder gleiche Gedanken hatten. Startschwierigkeiten durch ein Hormondurcheinander wie während einer Express-Bahn durch die Pubertät.

Vom Schwanger sein zu einer 80 jährigen in nur wenigen Stunden, so in etwa verhält sich der Hormon-Sturz.

Ich wünsche mir dass dieses Tabu-Thema nicht länger Tabu bleibt. Das Frauen mit einander darüber sprechen und ich wünsche mir, dass man nicht einfach verurteilt wird für diese Gedanken, denn man verurteilt sich als Mutter schon selbst für die eigenen Gedanken die man eigentlich gar nicht haben will. Man wünscht niemanden diesen Irr-Garten von Gefühlen und ich kann jedem Empfehlen der merkt, dass ein Mensch genau mit diesem Thema hadert, unterstützt diese Person und sucht gemeinsam Hilfe! Es gibt nämlich viele Möglichkeiten wie man aus dieser Situation wieder heraus findet.

Mit diesen Worten verabschiede ich mich für dieses Jahr von euch! Geniesst die Zeit mit euren liebsten und nehmt das Leben wie es kommt. Schmiedet aus euren Träumen ein paar Pläne und realisiert endlich eure Wünsche! Das Leben ist jetzt und nicht erst “irgendwann”.

Eure Monah :*

PS: Es würde mich freuen wenn sich Frauen bei mir melden würden welche diese Zeit auch durch gemacht haben. Gespräche würden mir sehr helfen und das wissen nicht alleine zu sein. Danke

monah

Mein Name ist Monah Sorcelli.
Hier schreibe & filme ich über Gedanken, Geistesblitze, coole Gadgets, hilfreiche Tools und Dinge die das Leben neuer machen!

Viel Spass und <3-lichen Dank fürs lesen & Kommentieren!

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